Mörser Sortiment

Neben den zahlenmässig weit vorherrschenden Granitmörsern gibt es in heutiger Zeit auch Mörser aus Achat, Olivenholz, Porzellan und anderen Materialien.

Im Hinblick auf die Uniformität und Einfachheit dieses urtümlichen Gerätes, ist die Vielfalt des für die Mörserherstellung verwendeten Materials erstaunlich, aber keinesfalls dem Zufall zuzuschreiben.

Von grauer Vorzeit an, über die Frühgeschichte der zivilisierten Menschheit und bis über das klassische Altertum hinaus bestanden Mörser aus Stein oder Holz; bei Naturvölkern ist das auch heute noch der Fall. Metallmörser sind erst aus dem europäischen Mittelalter bekannt. Bei den zweckmässigerweise aus Hartholz gefertigten Mörsern kommen Olivenholz, Eibe, Eiche, Edelkastanie neben anderen vor. Bei den von Menschen geschaffenen Stoffen dominieren Bronze über Messing, Eisen, Porzellan, Stahl und Glas. Reine Metalle wie Kupfer, Zinn, Blei und Silber wurden nur selten und für ganz bestimmte Präparationen verwendet.

Im Mittelalter und noch bis in das ausgehende 17. Jahrhundert, als medizinisches Denken unter mystischen Einflüssen stand, vermutete man, dass das Material des Zubereitungsgerätes oder des Gefässes, in dem Drogen dargereicht wurden, einen magischen Einfluss auf den Inhalt ausübte. Dieser Einfluss hat aus heutiger naturheilkundlicher Sicht nichts Magisches an sich. Schon aus der Physik wissen wir, dass alle Materialien ihre Eigenschwingung haben, welche sie an die Umwelt abgeben. So gibt es auch Menschen, die sich mit gewissen Materialien sehr wohl fühlen und andere wiederum haben eine regelrechte Abneigung dagegen. Dies könnte sehr wohl auf die Eigenschwingung der Materialien zurückzuführen sein.

Heilkundige der Vergangenheit benutzten oder mieden Geräte, also auch Mörser, aus dem Wissen, dass gewisse Stoffe sich gegenseitig beeinflussen oder verändern. Substanzen, die Bronze oder Eisen chemisch angreifen, wurden aus gutem Grund in einem Mörser aus Stein, Glas, Holz oder Porzellan aufbereitet. Bei stark aromatischen Stoffen, besonders Moschus und Ambra, wurden eigens Mörser zur Seite gestellt. Selbst durch gründlichstes Waschen konnte man Moschusduft nicht wieder beseitigen.

Manchmal findet man noch in alten Lehrbüchern Hinweise zu den Mörsermaterialien: „… Perlen und Korallen sollten in einem Mörser aus weissem Marmor zerrieben werden; Halbedelsteine müssen auf einem Stein pulverisiert werden…“

Im Verlaufe des 18. Jahrhunderts nahm die Verwendung des Bronzemörsers stark ab. Dafür gab es zwei Gründe: Man wurde sich der durch Verwendung von Bronzemörsern vorkommenden Vergiftungserscheinungen zunehmend bewusst. Aber schon ein Jahrhundert zuvor waren der schädliche Einfluss von Kupfer- und Bronzegefässen auf Nahrungsmittel und die Giftigkeit von Grünspan bekannt.

Mit der Einführung des Porzellanmörsers durch Josiah Wedgwood wurde der Bronzemörser weitgehend verdrängt. Er war handlicher und vielseitig verwendbar.